Im Vorjahr war der LCD zum ersten Mal beim TABAC CLASSIC GP in Assen und es war herrlich. Damit war klar, dass dieses Event auch in der Saison 2026 fest in unserem Terminkalender verankert werden musste. Dies wurde im Club via Newsletter, Info-Mails und Mund zu Mund Propaganda öffentlich gemacht.
Im Gegensatz zum Vorjahr sollten diesmal alle Event-Teilnehmer im selben Hotel untergebracht werden. Wir entschieden uns für das Hotel Norg im gleichnamigen Städtchen. Norg ist eine typisch holländische Kleinstadt mit etwa 3700 Einwohnern und befindet sich 20 Kilometer nordwestlich der Rennstrecke. Der TT-Circuit ist vom Hotel aus in etwa 25 Minuten über gut ausgebaute Bundesstraßen oder wahlweise über die Direttissima via malerische Landstraßen zu erreichen.
Unsere Wahl fiel ganz bewusst auf das kleine familiengeführte Hotel. Das Haus versprüht eine angenehme Wohlfühlatmosphäre und die Ortschaft bietet am Abend viele Einkehrmöglichkeiten, die alle fußläufig zu erreichen sind. Außerdem stehen vor dem Hotel und direkt gegenüber ausreichend viele Parkplätze zur Verfügung. Der Empfang war herzlich und der Hotelchef spricht auch deutsch.
Die Zusammenstellung des Frühstücks konnte man jeweils am Vorabend auf einem „Wunschzettel“ auswählen. Als bekennender Morgenmuffel habe ich es sehr genossen, mich einfach nur an den Frühstückstisch zu setzen und mich bedienen zu lassen. Das Haus war zwar ausgebucht, aber es kam niemals Hektik auf und man fühlte sich dort sehr privat.
Die Anfahrt zum TT-Circuit und in den Paddockbereich gestaltete sich erfahrungsgemäß problemlos. Die Marke Lotus hatte wieder Vorfahrt bis zum Welcome-Centre. Dort wurden die Ausweise und Scheibenaufkleber unbürokratisch ausgehändigt. Damit ausgestattet, war der Weg durch den TUNNEL OF FAME ins Fahrerlager frei. An strategisch günstiger Stelle hatten die Organisatoren des TABAC CLASSIC GP für uns Lotusfahrer ein großes Areal vorbereitet.
Der Lotus-Club-Holland etablierte dort einen Info-Pavillon, der von großen Beach-Flags flankiert wurde. Die Anzahl der Lotus-Fahrzeuge von Mitgliedern des LCL und des LCD variierte an den drei Veranstaltungstagen stark. Im Regelfall werden samstags die meisten Fahrzeuge gezählt, aber erstaunlicherweise konnten die interessierten Zuschauer am Sonntag die meisten Lotus-Fahrzeuge bewundern. Am Wetter kanns nicht gelegen haben. Das war nämlich an allen Veranstaltungstagen recht abwechslungsreich, wobei am Sonntag mit Abstand die größten Niederschlagsmenge gemessen wurde. Zum Glück ließ sich die Sonne aber immer wieder blicken.
Analog zum vergangenen Jahr, wurden von einigen Clubmitgliedern für die Zuschauer auf den Tribünen samstags und sonntags jeweils ein paar Demonstrationsrunden auf dem GP-Kurs absolviert. Ein ausführliches Briefing vor der Fahrt war obligatorisch. Danach gab es im Catering-Bereich der Rennstrecke einen feinen Café, welcher wieder besonders mundete, weil dieser vom Lotus-Club-Holland spendiert wurde.
Zwischendurch besuchte ich Lee van Dam, den CEO der Rennstrecke, in seinem Büro. Ich erfuhr, dass aufgrund der Tatsache, dass sich weitaus weniger Lotusfahrer als erwartet angemeldet hatten, der Fokus bei der Planung des Events nicht mehr ganz so stark auf unsere Lieblingsmarke gerichtet wurde als im vergangenen Jahr. Aber zu meiner großen Freude war Martin Donnelly angereist und bewegte seinen F1-Boliden virtuos wie eh und je über die Rennstrecke. Ich verbrachte zwischen seinen Einsätzen im Rennauto viel Zeit bei ihm in der Box. Es war schön, ihn nach vielen Jahren wieder zu treffen und mit ihm zu plaudern.
In der Klasse Masters Racing Legends Formular One beim TABAC CLASSIC GP 2026 zeigte Martin Donnelly, dass er ein F1-Fahrzeug nach wie vor verdammt schnell bewegen kann. Da das Wetter sich „Very British“ zeigte, wurde sowohl bei Sonnenschein, als auch bei starkem Regen gefahren. Aber Donnelly war unter allen Bedingungen schneller als seine Mitstreiter. Er war auch der einzige Pilot, der im kontrollierten Drift aus der Box in die Boxengasse einbog, um schonmal etwas Temperatur in die Reifen zu bekommen. Ein absoluter Hochgenuss für die Zuschauer.
Als Ehrenmitglied des Lotus-Club-Holland überreichte Martin Donnelly am Sonntagnachmittag auf dem Areal der Lotus-Clubs die Pokale für die schönsten, bzw. interessantesten Lotus-Fahrzeuge vor Ort.
Unser Clubmitglied, Wolfgang Henseler, war diesmal übrigens zeitgleich in England auf dem Oulton Parc Circuit unterwegs. Elio Cocciarelli war leider verhindert. Aber das Biehl Racing-Team war mit diversen Fahrzeugen beim Graf Berghe von Trips Pokal am Start. Christine Reichhuber verunfallte mit ihrem Lola, blieb aber glücklicherweise unverletzt. Ihr Fahrzeug erlitt allerdings einen erheblichen Schaden.
Die Tage in Assen waren so abwechslungsreich wie das Wetter selbst. Lee van Dam und sein Organisationsteam haben erneut ein Rennwochenende mit echtem Wohlfühlcharakter auf die Beine gestellt. Wer sich ohne triftigen Grund gegen die Reise zum TT-Circuit entschied, hat definitiv die falsche Entscheidung getroffen.
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Text: Uwe M. Zerrweck Fotos: Uwe M. Zerrweck Grafik: Facebook "TABAC Classic GP Assen"